Eis am Stiel aus Italien
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Eis essen und dabei schön draußen sitzen…

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Rauf auf 37° Grad und mehr und dann wieder runter auf 15. Gewitterwolken, Sturm und Regen – gefolgt von tiefblauem, klarem Himmel und purem Sonnenschein. Der diesjährige Sommer hat es echt in sich, lässt sich nicht in seine Karten gucken, bringt Barometer an ihre Grenzen und gestandene Radiostationen dazu ihren Wetterfrosch nur noch mit „Hopeless the Weathergirl“ anzukündigen. Nach einem morgendlichen Blick aus dem Fenster fällt gleich nach der Entscheidung für Rollkragen oder T-Shirt auch die für Fahrrad oder Ski.

 Rauf aufs Rad oder die Ski

Während wir den Winter in diesen Breitengraden wochenlang mit aromatischen Lebkuchenherzen & heißem Glühwein fest verknüpft haben, erliegen wir im Sommer spontan so etwas wie einer kognitiven Synapsen-Insuffizienz, sobald es um das Thema Eis essen geht. Nach Frühstück, Mittag- und Abendessen ploppt – wie aus dem Nichts – ‚Eis essen‘ als eine weitere, feste Mahlzeit unvermittelt irgendwann am Tag auf und wir lassen uns sofort, praktisch automatisiert auf den Sommer-Hitze-bedingten-Fluchtreflex ins Eiscafé ein.

Das kann durchaus ‚weitreichende‘ Folgen haben. Eis ist ja bekanntlich nicht gleich Eis. Und Eisdiele nicht gleich Eiscafé. Genuß ist von mehreren Faktoren abhängig. Wer dann allerdings sein Lieblings-Eiscafé einmal für sich entdeckt hat, der fährt auch meilenweit für einen Erdbeerbecher. Oder ist das etwa Banana-Split? 😉

In den vergangenen Wochen habe ich mir deshalb mal in Hannover einige der hiesigen Eiscafés genauer angeschaut und zwar vor allem unter dem Aspekt beim Eisgenuß „schön draußen sitzen“ zu können – wovon ich euch diese vorstellen möchte.

Eisessen in der Altstadt im Dal Cin

Eisessen in der Altstadt im Dal Cin

Ich starte in der Altstadt, im gut frequentierten Dal Cin in der Kramerstraße und erwische den letzten freien Platz draußen. Neben mir sitzt eine kleine Gruppe von Damen mit Hut, die es sich ganz offensichtlich an diesem heißen Samstagvormittag bestens gelaunt gut gehen lassen und ihr Touri-Programm für den Tag besprechen.

Wer es liebt bei einem klassischen, selbst hergestellten, italienischen Spaghettieis buntes Treiben in der Gasse zu beobachten, ist in diesem traditionellen Eiscafé absolut richtig. Die enge Bestuhlung draußen unterstreicht zudem – durch die daraus entstehenden ‚Bewegungen‘ an den Plätzen – ein quirlig-lebendiges Italien-Ambiente. Auf einer Skala von 1-10, auf der die 1 die beste und die 10 die schlechteste Bewertung ist, erhält diese Eisdielen-Terrasse von mir eine neutrale Fünf. Neutral schön, neutral draußen sitzen 😉

Spaghettieis im Soravia

Spaghettieis im Soravia in Anderten

Man empfiehlt mir mal einen Blick auf die neue Terrasse des Soravia  in der Tiergartenstraße in Kirchrode zu werfen, das seit mehr als 55 Jahren ein familiengeführter Betrieb ist. Von der Gästeresidenz PelikanViertel bis dorthin sind es mit dem Auto ca. 15 Minuten Fahrt und mit der Stadtbahnlinie 5 kommt man bequem bis fast direkt vor die Haustür.

Die Terrasse ist, als ich an diesem heißen Wochentag eintreffe,  sehr gut besucht und befindet sich direkt hinter dem Eiscafé. Ein schattiges Plätzchen suche ich allerdings vergebens. Durch die „Holz-Bauart“ dieses Außenbereiches fühle ich mich sofort an Après-Ski-Plätze in Wintersportorten erinnert, allerdings ist an diesem Ort die Naturkulisse dahinter reduced to a minimum. Schnell werde ich mit Eis und Café versorgt – beides ist lecker.

Getroffene wirtschaftliche Maßnahmen (hohe Anzahl vorhandener Tische und Stühle) katapultieren mich ungewollt und praktisch ohne jegliche Fluchtmöglichkeit gleichzeitig in jedes Gespräch um mich herum. Unter außergewöhnlicher Eisdielen-Außengastronomie würde ich diesen Besuch jetzt nicht unbedingt für mich notieren und vergebe daher auf meiner Skala für „schön draußen sitzen“ nur eine 6 für die Location.

Die Kirsche on top

Die Kirsche on top

In Massimo’s Eiscafé gibt es die nötige Beinfreiheit und den Freiraum um Eis in Ruhe mit oder ohne Sonnenschutz genießen zu können – allerdings befindet sich das Eiscafé direkt an einer Ampelkreuzung der gut befahrenen Erich-Ollenhauer-Straße. Auch wenn der Tartufo-Becher dort nicht aussieht wie eine „Trüffel“, trifft er meine geschmackliche Vorstellung davon hier in Hannover bisher am ehesten – womit ich befangenerweise nicht mehr verhindern kann, dass diese Location trotz der Gartenmöbel (die mal wieder etwas Farbe sehen dürften) auf meiner kleinen Skala von 1 bis 10 eine 4 erhält.

Die Stephanusstraße in Linden

Die Stephanusstraße in Linden

Nach den traditionellen, italienischen Eiscafés mache ich mich auf den Weg in die Stephaniusstraße nach Linden. Dort lockt die Filiale der Eismanufaktur Frioli und ja, man kann auch dort draußen sitzen wie ihr seht.

Die Terrasse der Eismanufaktur Frioli

Die Terrasse der Eismanufaktur Frioli

Corporate design wohin das Auge blickt.

Frioli Eiskarte

Frioli – die Eismanufaktur

Mit Hingabe, viel Liebe am Tun und nur den besten Zutaten wird hier in reiner Handarbeit Eis mit selbst erstellter Grundmasse hergestellt. Das bedeutet zwar mehr Aufwand, zahlt sich aber in der Qualität des Produktes aus, signalisiert mir die Eiskarte.

Der Schokobecher im Frioli

Der Schokobecher im Frioli

Ob so ein Schokobecher für 4,90 € euren Geschmack trifft, muss jeder selbst entscheiden. Die Terrassenplatz-Situation reiht sich, aufgrund der begrenzt verfügbaren Fläche, in die Riege seiner Vorgänger in Kirchrode und der Altstadt ein. Mir persönlich hat der Ausblick auf den Außenplätzen & das Drumherum der hier vorgestellten Eiscafés mit am besten gefallen, weswegen ich in der Bewertung eher zur 4 als zur 5 tendiere.

Stühle an der Hauswand des Café Kränzchen

Stühle an der Hauswand des Café Kränzchen

Bei meiner Recherche nach einer Eisdiele oder einem Eiscafé in Hannover mit Außenplätzen habe ich weder erwartet eine pittoreske, toskanische Hügellandschaft noch das malerische Dorf am Ufer eines im Sonnenlicht glänzenden Flusses zu finden, sondern eine mich als Terrassengast ansprechende Umgebung.

Nach meinen Vorort-Besuchen und der daran gekoppelten Suche nach dem besonderen, speziellen Eiscafé mit einer schönen Aussichtsterrasse bzw. in einer für alle Gäste angenehmen Umgebung mit genügend Bewegungsfreiheit und der Möglichkeit zu entspannen, bin ich leider – auch nach intensiver Suche – nicht fündig geworden.

Schön draußen sitzen und Eis essen“ kann man hier – und das stelle ich enttäuscht abschließend fest – am besten, wenn man sich den Eisbecher einpacken lässt und sich damit an einen Ort begibt, der einem das, was man als ureigene Wohlfühlatmosphäre für Genuß für sich selbst definiert hat, auch gibt.

 

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  1. Hallo,
    da hast du aber sehr schöne Bilder gepostet und das aus so vielen Stadtteilen….
    Und beim Eis essen bin ich immer die erste uund wenn ich dann noch draussen sitzen kann.
    Lecker !

    Viele Grüße
    Elfi

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  2. Richtig schön, mal ein Blog, der zeigt, wie Hannover begeistern kann. Schade nur, dass es weder Inhaltsverzeichnis noch Suchfunktion gibt! Und ein Impressum gibt es auch nicht!

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    • Moin Ulrike,

      freut mich total zu hören, dass Ihnen mein Blog gefällt :-). Was die Navigation im Blog betrifft, haben Sie völlig Recht… die ist ein bisschen unübersichtlich auf den ersten Blick. Es gibt da so eine rote Stecknadel am Rand, wenn Sie diese anklicken, erscheinen die Kategorien, die Suchfunktion, die letzten Beiträge und ganz unten auch das Impressum. Ich habe auf Ihrem Blog gelesen, dass Sie erst kürzlich in Hannover im Zoo waren – wie wäre es denn mal mit ’nem Eis oder ’nem Glühwein in Hannover? 😉 Würd‘ mich sehr freuen, wieder von Ihnen zu hören.

      Liebe Grüße nach Hamburg, Sherlock

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