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Im Reisefieber… dritter Teil

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Als mich der Wecker in Stockholm am zweiten Tag unserer Reise um 5.00 Uhr wecken will, bin ich schon lange hellwach. Ich gebe Susanne – die kurz hochblinzelt als ich so über ihr provisorisches Bett auf dem Boden hinwegsteige – zu verstehen, dass ich jetzt wie abgemacht zuerst ins Bad verschwinden werde. Claudia, unsere Gastgeberin, muss auch schon aktiv sein, denn aromatischer Kaffeeduft zieht sich bereits durch die ganze Wimdu-Wohnung als ich zurückkomme.

Susanne und ich packen unsere Sachen zusammen, nehmen zweimal hintereinander einen kräftigen Schluck von Claudias wirklich außergewöhnlich gutem Kaffee, bedanken uns bei ihr für ihre wundervolle, kubanische Gastfreundschaft  und verabschieden uns… denn draußen steht bereits ein knallgelbes Taxi, das uns durch den Regen zum Fähranleger bringen wird. Es ist halb sieben.

Taxi-zum-Fähranleger

Mattis Tipp für eine gute Organisation

Kurze Zeit später stehen wir vor dem Check in Schalter der M/S Viking Grace und halten Ticket und Personalausweise bereit. Die Grace ist das Flagschiff der Flotte, seit dem 15. Januar 2013 auf der Route Stockholm-Turku-Stockholm unterwegs und bietet – bei einer Länge von 214 m – Platz für 2.800 Passagiere. Neben 880 Kabinen (von der einfachen Koje bis zur Luxus-Kabine) und diversen Outlets können zudem bis zu 550 Frachtfahrzeuge auf den insgesamt 1.275 Frachtmetern aufgenommen werden.

Check in Schalter für Turku

Auf dem Weg zum Schiff zähle ich wartende Wohnmobile…

Check in für Wohnmobile und Transporter

Über das Wetter an diesem Mai-Tag (auf diesem Abschnitt unserer Reise, auf den ich mich besonders gefreut hatte) werde ich mich hier nur einmal kurz äußern… gilt jedoch leider bis Turku in Finnland: Es regnet und es ist grau!

Unterwegs in die Fähre

Unterwegs zur Fähre

Blinde Passagiere können auf diesem Schiff – zumindest von diesem Eingang aus – mit Sicherheit gefunden werden, denn dieser Fotograf schießt von jedem ungefragt ein Bild. Das ist jetzt meins von ihm!

Der Fotomann

Wir sind noch auf dem Weg zu Deck 9 auf dem sich unsere Kabinen befinden als sich die Grace kaum spürbar und langsam in Bewegung setzt und ganz leise aus Stockholm herausfährt.

Ausfahrt aus Stockholm

Ein kurzer Blick in die Kabine der günstigsten Kategorie –  eine so genannte „Inside Piccolo Two“ mit 5,5 m² Fläche – die sich für eine 11 Stunden lang dauernde Schiffsreise nach Finnland für ein Nickerchen empfiehlt.

 

Wir verräumen kurz unsere Koffer, treffen uns kurze Zeit später in der kleinen Lobby vor der Rezeption und gehen dann gemeinsam auf die Suche nach dem Frühstücksrestaurant „Oscar“.

Bye-Bye-Stockholm
…vorbei an dem Weinkeller der Grace…

The Wine Cellar on the Viking Line from Stockholm to Turku

Im Restaurant angekommen werden wir von Pianomusik begrüßt. Dezente, klassische Live-Musik zum Frühstück, wie schön ist das denn bitte?

Auf dem Weg zum Restaurant Oscar

Wunderbare Pianomusik zum Frühstück

Hier habe ich für Susanne und mich ein Frühstück ab 8.30 Uhr vorbestellt. Wir werden freundlich begrüßt und erhalten sogar einen Tisch am Fenster. Perfekt!

Das Frühstück

Die anmutig dahinfahrende Grace, ein Tisch mit Aussicht auf die See, die Piano-Musik, ein gutes Angebot auf dem Buffet – das alles sorgt für einen wirklich einzigartigen und entspannten Frühstücks-Genuss.

Frühstück mit der See

Wir machen Bilder von diesem ersten Highlight des Tages, posten es für die Fans der Gästeresidenz auf der Facebook-Seite und erhalten dafür ein tolles Feedback.

Blick auf die See beim Frühstück

Nach der ausgiebigen Morgenmahlzeit wollen wir unbedingt nach draußen an Deck und uns den Wind um die Nase wehen lassen. Im Laufe der Fahrt sind wir viele Male an Deck und nutzen die Zeit parallel für Live-Filmchen über Periscope.

An-Deck-und-Susanne

Ahoi Schloss

An Inseln und typischen skandinavischen Häusern vorbeischippern

St.-Tropez-Feeling

Während Susanne sich auf den Weg zum Whirlpool macht…

The Whirlpool aboard

…bleibe ich an Deck, um Schiffe zu gucken.

Aida Kreuzfahrtschiff

… bzw. um mir das Schiff, auf dem ich bin, genauer anzuschauen und auch, um davon ebenfalls zu scopen…

Lautsprecher an Deck

Für 16.00 Uhr nach finnischer Zeit sind Susanne und ich wieder im Restaurant Oscar verabredet. Bei der Buchung der Fähre hatte ich gesehen, dass es an Bord die Möglichkeit gäbe, ein Drei-Gang-Menü des schwedischen Kochs Michael Björklund zu genießen. Da konnte ich nicht nein sagen.

Am Tisch stellt sich Fia vor und lässt uns mit einem Amuse Gueule aus der Küche grüßen. Bis Turku sind es noch dreieinhalb Stunden. Darauf eine Apfelsaftschorle und ein kleines Glas Wein. Es ist fast halb fünf als wir mit dem Menü starten, laut Karte sind wir daher zu dieser Zeit in etwa hier:

Die Route um 16:30 Uhr

Die Vorspeise, die uns Fia dann bringt, klingt in deutsch etwa so:

„In Zucker geröstete Kaisergranat-Schwänze (Norwegischer Hummer ;-))

mit frittiertem Kalbsbries und Schwarzwurzel-Soße

an einem Ragout aus Schwarzwurzeln und Bohnen“

****************

Die Vorspeise des Menüs von Michael Björklundgefolgt von:

„Gegrillter Zander

auf einem Schellfisch-Kuchen

dazu pfeffrig gerösteter Spargel und

Kartoffelpüree an einer Kräuter-Butter-Soße“

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Der Zander

Es ist ausgezeichnet, wir lassen es uns schmecken.

Der Hauptgang des Björklund Menüs

Noch bevor das Dessert eingesetzt wird, kommen wir intensiver mit Fia ins Gespräch. Wir schildern ihr den Grund unserer Reise und erzählen ihr von unserer Geschichte.

Wir erwähnen darin, dass wir auf unseren Social Media Kanälen ein Gewinnspiel für unsere Fans laufen hatten – bei dem man hätte 500 € Urlaubsgeld in Cash gewinnen können – das persönlich überreicht werden sollte, sofern der/die Gewinnerin in Europa wohnt – dass das Rätsel über 14 Tage auf mehreren Plattformen lief –  leider kein einziges richtiges Lösungswort eintraf – es vermutlich zu schwer gewesen war – das wir dann daran gedacht haben, man könne das Geld auch einer guten regional tätigen Organisation/ Sache spenden – woraufhin per Steinchenwurf vom Team ausgeknobelt wurde, in welchen Ort/welches Land es dafür gehen würde – und das dieses der Grund ist, warum wir hier und heute vor ihr in ihrem Restaurant sitzen. Sie ist sprachlos und begeistert. Wie übrigens nahezu jede/r, der/dem wir davon erzählen.

Fia ist unser erster längerer Gesprächspartner auf dem Schiff. Sie berichtet uns davon, dass sie heute den letzten von 10 Arbeitstagen hat, nun 10 Tage frei hat und ein bisschen Urlaub auf einer der Schären vor Finnland machen möchte. Natürlich haben wir sie auch gefragt, ob sie vielleicht eine Idee hätte für eine gute, förderungswürdige Organisation in Turku? Sie will überlegen und berät sich zwischenzeitlich mit einer Kollegin während wir unsere Nachspeise schlemmen:

„Michaels Rhabarber-Törtchen mit Vanille Soße

und einer Kugel traditioneller Vanille-Eiskrem“

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Die Nachspeise

Grace Schokolade

Fia gibt uns nach unserem Menü einen Tipp, der sich als goldrichtig herausstellen sollte. Sie empfiehlt uns mit Matti zu sprechen. Ihn kenne jeder hier auf dem Schiff. Er hätte bestimmt eine Idee. Alle kennen und mögen Matti. Draußen zeigen sich erstmals blaue Streifen zwischen den Wolken. Ein weiteres Zeichen? 😉

Die Kreuzfahrt

Wir bedanken uns bei Fia für das gute Essen und ihren Service, ihren Tipp und wünschen ihr einen tollen, erholsamen Kurzurlaub. Jetzt heißt es auch für uns langsam von der See Abschied zu nehmen und unsere Sachen aus der Kabine zu holen.

Auf dem Weg zum Ausgang treffen wir Matti, der gerade erst zur Schicht gekommen ist. Auch ihm erklären wir nochmals in allen Einzelheiten unseren Grund für unsere Reise und unseren Wunsch für Turku. Er muss gar nicht lange überlegen, als wir an dem Punkt mit der Organisation für die wir spenden möchten angekommen sind. Ein kurzer Blick in seinen PC und nur wenige Klicks später haben wir einen Vorschlag von ihm vor uns liegen, den er uns ausführlich erklärt.

Matti und seine Kollegin an der Rezeption

In dem Projekt, das er uns vorstellt, geht es um eine noch relativ junge Vereinigung, die sich dem Schutz des Schärenmeeres (Archipelago Sea) in der Ostsee verschrieben hat und sich für eine saubere See einsetzt. Das Symbol für diese, unter der Schirmherrschaft des Centrum Balticum stehende, regional tätige Initiative ist Symbiosis. Ein Kunstwerk von Stefan Lindfors, das im Hafen von Turku zu sehen ist und auf dem lauter kleine Plättchen mit den Namen von den bisherigen Spendern zu sehen sind. For us it’s a Fishbird 😉

Als Ansprechpartner für „The Protection Work for the Archipelago and Baltic Sea“ wird Herr Kristian Miettinen genannt. Susanne und ich sind augenblicklich so begeistert wie Matti, der voll und ganz hinter diesem Projekt steht – das können wir spüren, durch die Art wie er davon erzählt. Wir führen noch ein kurzes Interview über Periscope für unsere Fans daheim, erhalten den Ausdruck von Matti, bedanken uns bei ihm für diesen genialen Tipp und müssen uns langsam sputen um von Bord zu kommen. Um uns ist es leer geworden. Nicht das wir gleich wieder zurückfahren ;-).

Mattis Tipp für eine gute Organisation

Von Bord gehen

Wieviel Passagiere tatsächlich an Bord waren, wird uns erstmalig bewußt als wir – wie alle anderen – gen Ausgang streben… Und dann sind wir da. Wie schön, wir sind in Turku angekommen.

Im Hafen von Turku

Das Hotel Seaport in der Nähe der Anlegestelle beherbergt auch die Autovermietung, bei der ich das Auto gebucht hatte. Allerdings erst für 21.00 Uhr und so ist niemand am Schalter als wir ankommen. Wir laden mein Smartphone und warten geduldig. Kurz vor 21.00 Uhr ist es dann soweit. Wir erhalten die Schlüssel zu dem Kleinwagen, stellen das Navigationsgerät auf unsere Wohndestination ein, fahren los und scopen unsere Fahrt live durch Turku.

Bei der Autovermietung in Turku

Nach gut 20 Minuten sind wir bei Sirpa unserer Airbnb-Gastgeberin eingetroffen und werden freundlich begrüßt,  erhalten eine Führung durch das Haus, eine Einweisung in gewisse technische Besonderheiten wie Türschließung, Sauna-Benutzung sowie generelle Infos wie z.B. das Warmwasser-Boiler-Fassungsvermögen.

Nach rund 15 Minuten sind wir durch mit dem Check in. Sirpa wohnt im Haus nebenan, ist sehr freundlich und ein bisschen aufgeregt, was wir sehr sympathisch finden. Da wir noch nichts für das Frühstück eingekauft haben, fahren wir nochmals kurz zurück in die Stadt, um ein paar Dinge zu organisieren. Die Navi lotst uns zu einem Siwa Markt, wo wir schnell etwas Brot, Butter, Milch, Marmelade, Kaffee, Aufschnitt, Käse, Kornflakes und Kakao für die nächsten zwei Tage einkaufen wollen. Schnell? Gar nicht so einfach, wenn nur finnisch deklariert ist. Gott sei Dank ist Nutella so international 😉 Als wir aus dem Supermarkt kommen steht unser Mietwagen gleich zweimal da. Ernsthaft, er ist nicht gestohlen, sondern es parkt ein exakt identischer Citroën hinter oder vor unserem. Wir „finden“ unseren und fahren zurück zu Sirpas Haus 😉

Der Supermarkt

Dort richten wir uns erst einmal ein wenig in unseren Zimmern ein (jeder hat dieses Mal mindestens eines ;-))…

Eingang zum Wohnzimmer

…versorgen die Lebensmittel in der Küche…

Die Küche des Hauses

…und gönnen uns noch einen heißen Kakao zum Abschluß dieses zweiten Tages. Wir sind in Finnland. In Turku. Dort, wo uns das Steinchen hingeschickt hat. Und wir haben bereits einen guten Vorschlag für eine förderungswürdige Sache. Und einen Ansprechpartner mit Telefon-Nr. und E-Mail-Adresse. Morgen wollen wir Kristian Miettinen einfach besuchen und ihm von unserer Geschichte erzählen. Eine Adresse der Organisation haben wir bisher allerdings noch nicht. Susanne und ich verabreden uns für 8.30 Uhr zum Frühstück.

Der Schlummertrunk

Der nächste Morgen ist sonnig. S o n n i g. Ich sitze auf der Veranda des Hauses und genieße die Ruhe. Kommt doch mal mit, ich zeige euch das Haus von außen:

Die Veranda und Sonnenschein

Die Terrasse von Sirpas Haus

Blumen und Lampen vor der Veranda

…und die Scheune mit blauem Himmel nebendran…

Die Scheune nebenan

Das Haus in der Seitenansicht

Dem Wetter nach könnte es ein erfolgreicher Tag werden… eine Fortsetzung folgt

Blick in die schöne Natur Finnlands

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